18.-19. Jh.

Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)

Er war Organist, Journalist, Komponist und Dichter – und hatte keinen Respekt vor dem Adel und vor Geistlichen. Häufig wurde er des Ortes verwiesen, seine Schriften wurden verboten, er kritisierte den Verkauf von Menschen als Söldner, hat die Mätresse eines Landesfürsten diffamiert und wurde darum entführt und in den Kerker geworfen. Obgleich viele Größen für ihn eintraten, wurde er – zum Teil nach Isolationshaft – erst 10 Jahre später wieder freigelassen. Evtl. wurde er, nachdem er wieder rehabilitiert war, Scheintod auch lebendig begraben. Für mich ist er eine Art Johannes der Täufer im 18. Jahrhundert. Er war beliebt in unteren Schichten – aber eben auch in Dichterkreisen – aber die Oberen regten sich über ihn auf. Er regte Schiller zu seinem Werk Die Räuber an und das Forellenquintett, wurde von Schubert mit Melodie versehen. Was ihn hat durchhalten lassen, dürften manche Gedichte durchschimmern lassen. Vor allem auch das Morgenlied eines Gefangenen:
So weiß ich, Gott im Himmel gibt /
Mir Armen wieder Muth, /
Denn er, der die Verlassnen liebt, /
Ist mir Verlassnem gut. //
Und so im Namen Jesu tret´/
Ich auf die Dornenbahn, /
Und glaub´, und hoff´, und les´ und bet´, /
Und sing´, so gut ich kann.

Schubart hat Psalmen in die Gegenwart transformiert, das Vaterunser  im Gedicht erklärt, aber auch eigenständige Glaubenslieder geschrieben. So „Alles ist euer, o Worte des ewigen Lebens! / Fühl´ sie, Vertrauter des Mittlers, voll heiliges Bebens! / Alles ist dein! / Irdischen Menschen allein / Tönen die Worte vergebens.“ In der vorletzten Strophe heißt es: „Bist du oft elend, verlassen und krank und gefangen, / Triefen dir Zähren des Kummers von blässeren Wangen. / Droben im Licht, / Freu´ dich, da triefen sie nicht! / Dort ist das Alte vergangen.“ (1878: 473). An seine Frau schreibt er aus der Haft, als er dachte, er würde aufgrund einer Krankheit sterben: „Mein Jammer soll dein Herz nicht quälen, / Nur Gott und mir sei er bekannt, / Im Himmel will ich dir erzählen / Das Elend, das ich überstand.“ Er ist sich gewiss, dass Gott ihm verziehen hat. Er segnet sie und gesteht ihr seine Liebe. Es handelt sich um Gedichte authentischer Theodizee. Ganz eindrucksvoll ist auch das Gedicht „Erstickter Preisgesang“. Er will dem Schöpfer singen – wie die Vögel – „Der Gesang erstickt im Munde, / Wandelt sich und wird Geheul.“ Er beschreibt seinen Kerker: „Gott! Ach Gott! Ich stürze nieder, / Und mein Lied verstummt vor dir.“ Wie ein Vogel – morgens singt er – am Tag wird er getötet. (Zitat: Weimer)

In seinem Neujahrswunsch beklagt er: „Christen gibt es, die sich scheun zu sagen, / Daß sie Christus, daß sie Gottes sind“. Viele Menschen beschreibt er: „Schöpfer! Vater, ach erbarm dich ihrer, / Sieh dies Wimmeln deiner Kinder an; Alle brauchen Hülfe; sei ihr Führer / Auf des Lebens dornenvoller Bahn.“

An Schubart wird deutlich, dass die Grenzen des Kerkers durch den Glauben durchbrochen werden können. Grenzen, die Menschen setzen, Erniedrigungen, die Menschen einem zufügen, sind im Glauben überwindbar. Es sei erwähnt, dass Schubart von dem Pfarrer und Uhrenmechaniker Philipp Matthäus Hahn und dessen Liebestheologie beeinflusst war.

Matthias Claudius (1740-1815)

Von Matthias Claudius, dem Dichter und Journalisten, der immer klamm war, stammen viele kostbare kleine Texte – aber auch größere, so das als inoffizielle Hymne der Deutschen bezeichnete Lied: „Der Mond ist aufgegangen“ (EG 482). Ebenso: „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land“ (EG 508), ursprünglich hieß es „Das Bauernlied“ – über dem hier der Werdegang beschrieben wird: https://de.wikipedia.org/wiki/Wir_pfl%C3%BCgen_und_wir_streuen . Berühmt wurde auch sein Gedicht „´s ist Krieg!“ https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegslied_(Matthias_Claudius)

Manches wurde vertont, zum Beispiel die Motette. Das Halleluja dominiert auch in dem „Osterlied“: „Hallelujah! Das Grab ist leer! / Gerettet ist die Welt, / Das Leben ist des Todes Herr! / Erstanden ist der Held.“ An seine Frau Rebecca schreibt er zur Silbernen Hochzeit: „Und drücke fröhlich Dich, mit voller Liebe, / Vor Gottes Antlitz an mein Herz.“ Auch hier: Die leichte Glaubensfröhlichkeit dominiert, obgleich er in dem Lied auch vom blutenden Herzen spricht. In den Alltag holt Claudius Gott hinein, so schreibt er im „Motetto zum ersten Zahn„: „Der Zahn soll Alexander heißen. / Du liebes Kind! Gott halt´ ihn Dir gesund.“ Er lehrt auch ein Lied „Täglich zu singen“ und beginnt: „Ich danke Gott und freue mich / Wie´s Kind zur Weihnachtsgabe, / daß ich bin, bin! Und daß ich dich, / Schön menschlich Antlitz! Habe“ und schließt: „Gott gebe mir nur jeden Tag, / So viel ich darf zum Leben. / Er gibt´s dem Sperling auf dem Dach; / Wie sollt´ er´s mir nicht geben.

Johann Caspar Lavater (1741-1801)

Lavater war Theologe und Schriftsteller. Mit vielen Größen seiner Zeit stand er in Kontakt, persönlich kannten sie sich oder über Briefwechsel. Wenn man seine 15 Texte im Gesangbuch von 1834 ansieht – im Evangelischen Gesangbuch unserer Zeit ist er nicht mehr angeführt – dann dominiert Ethik: Gebote sind ihm wichtig, wichtig ist es, die Pflicht zu tun. „Der frohe Morgen weckt mich wieder, / und ladet mich zur Arbeit ein“ (763). Er ist stark „dualistisch“: Glück des Himmels contra Glück der Erde, ich als Sünder – Gott in seiner Gnade, diese Zeit contra Ewigkeit. Manchmal ist die Sprache auch sehr hart und schonungslos: „Weiche Grabesschrecken, weiche! / Freu´ des Todes dich, mein Herz! / Liegt sie da die kalte Leiche, / weggeweint ist jeder Schmerz, / und der Thränen Quell versiegt, / wenn der Staub bei´m Staube liegt.“ (843) Für Christen spielt der Tod letztlich keine Rolle – und das wird ganz hart formuliert, damit der Mensch wirklich erkennt und sich zu seinem Guten hin ändert. Und neutestamentliche Stellen zur Auferstehung gibt sein Lied „Die Auferstehung. Erstes Osterlied“ zusammengefasst wieder. Der Auferstandene sagt seinen Jüngern: „Seht mich, Freunde, die ihr bebt! / Jauchzet! Euer Jesus lebt!

Aber das ewige Leben bei Gott will erkämpft sein: „O wie oft hab´ ich geweinet, / schmerzlich meinen Fall bereut, / gläubig mich mit dir vereinet, / und mich deiner Huld gefreut.“ Der Grund für diesen Dualismus: Gott gibt mir in Jesus Christus alles – also muss auch ich ihm alles geben. Wenn das gelingt, dann hat der Mensch Ruhe, Frieden, Licht und Wonne (581) – kurz: Er tut sich nicht nur Gutes, er tut sich das Beste – seine Liebe zu sich selbst zeigt sich, indem er sich Gott zuwendet.

Gott selbst muss im Menschen Glauben wecken, das vertieft er in dem Text: „Durst nach Erlösung“: „Freyheit dürstet meine Seele / Aus dem Netz der Leidenschaft! / Wer, wer giebet meiner Seele / Freyheit? Leben? Sieg und Kraft? / Wer dem bangen Herzen Ruh´? / Jesus Christus, wer als Du?“ Aber der Lebensschmerz kann groß sein, die Tränen fließen heftig – darum ruft er zu: „Muthig! Muthig! Bald errungen ist das Ziel von jeder Pein! / bald ist jeder Schmerz verschlungen von der Freude, frei zu sein, / frei von Sorgen und Gefahren, / die mir oft so drückend waren. / Unaussprechlich, ewig liebt er, der uns durch Leiden übt.“ (534) Sehr seelsorgerlich dichtet er seinen Text: „Stärkung in tiefer Dunkelheit.“ Die Mystik, seine Ergriffenheit von Gott, wird im „Mitternachts-Lied“ deutlich:
Vater! Still an dich zu denken, /
O wie das das Herz erfreut! /
Geist und Herz in dich zu senken, /
Höchste Menschen-Seeligkeit! /
Dich empfinden, dich genießen, /
O der unaussprechlich süßen, /
Unaussprechlich nahen Lust! /
Anerkannt in jeder Brust!

In vielen dieser Texte greift Lavater Begriffe auf, die in der Zeit wichtig waren: Pflicht erinnert an Kant, Tränen erinnern an Klopstock, der Pietismus kommt durch – Lavater war (eine Selbstverständlichkeit) ganz Kind seiner Zeit. Aber er war christliches Kind. Und in dem folgenden Lied ist er es auch in der Auseinandersetzung mit Goethe/Schiller. Goethe und Lavater waren einen längeren Zeitraum miteinander befreundet. Trennend war der vertiefte Christus-Glaube Lavaters und sein Versuch, Menschen zur christlichen Einheitsreligion zu bekehren. Goethe/Schiller erkannten Gott nicht, sondern das Göttliche, eine das Gefühl ergreifende Macht in der Natur/im Menschen – eine Gefühls-Religion war es, die sie verkündeten. Dazu schreibt Lavater: „Gott, deiner Werke jedes ist / von dir uns Pfand und Siegel; / das kleinste ruft uns, daß du bist, / und ist von dir ein Spiegel. / Ein jeder Punkt in der Natur / trägt deiner weisen Allmacht Spur, / ist Ausfluß deiner Güte. // Ein jeder Zeitpunkt, jeder Ort, / ist Offenbarung deiner, / und dennoch fand dich, ohne Wort / von dir, der Menschen keiner.“ Er schließt: „Anbetung, Dank dir für dies Licht, / dem alle Schatten weichen! / Nein, was nur Menschenweisheit spricht, / kann deinem Wort nicht gleichen. / Anbetung, Dank dir, daß du kamst, / die Binde von dem Aug´ uns nahmst, / dich, Vater, zu erkennen.“ Und darum spricht er in einem Danklied (577) aus, dass er Mensch ist und: „Dich kann ich in der Schöpfung finden, / mich deiner großen Werke freu´n, / mich inniger mit dir verbinden, / mein Herz, mein Leben, Gott! Dir weih´n.“ Der Mensch, der Gottes Wunder in der Natur erkennt, erkennt, um sich ganz Gott zu unterstellen: „Für jede nützliche Erfahrung, für Alles, was belehren kann, / für Unterricht der Offenbarung / bet´ ich belebt von Dank, dich an.

Anders als Große seiner Zeit, die mit ihrem Denken in der Schöpfung stecken bleiben, kann Lavater auch den Schöpfer sehen. Die Natur spiegelt den Schöpfer wider. Der glaubende Mensch ist frei. Nicht nur in dieser Hinsicht, sondern auch in Fragen des Leidens und des Todes. Sich in Gott versenken bedeutet, man tut sich als Mensch das beste, das man sich tun kann.

Johann Gottfried Herder (1744-1803)

Herder, einer der ganz Großen des klassischen Weimar, war Theologe, hat der Kultur- und Sprachwissenschaft, somit auch der Philosophie, sehr starke Impulse gegeben. Es ist hier – wie bei anderen auch – nicht der Ort, das umfangreiche Werk auch nur annähernd darzulegen. Eine intensive Beschäftigung mit Herder lohnt sich sehr. Er hat vieles angedacht, vorgedacht, was Nachgeborene dann entfaltet und vertieft haben. In das Evangelische Gesangbuch hat ein Text Zugang gefunden: „Du Morgenstern, du Licht vom Licht“, in dem Jesus besungen wird (74).

Herder hat ein spannendes Gedicht über die Menschenseele, dem „Siegel Gottes“, geschrieben: „Wie Bruder hangt an Bruder, trinken Liebe / Aus ihm, der sich für mich / Zur Seele haucht auf dieser Erdentrübe, / Zu meinem Bilde? – Ich? –“ (Zitat: Kempf). Auch diesen Text muss man als Ganzes lesen. Es wird schon deutlich, dass man hinter die Worte sehen muss, um die Anspielungen auf Gott bzw. Jesus Christus zu verstehen. Herder besingt seinen Genius, aber: „Du einer, mir aus meines Herrn Erbarmen / in diese Wüste mitgeschenkt!“… Den besungenen Genius verdankt er Gott – und ist nicht etwas Schöpferisches im natürlichen Menschen. In seinem Gedicht „Der liebende Schöpfer“ schreibt er, dass Vögel ihren Schöpfer, also Gott, loben. Dann soll auch der Geist erwachen und sehen, was Gott ihm getan habe: „Blüh auf, schwing auf Dich über Luft / Und Sonn´ und Himmelblau.“ Dann spricht er die Größe des Menschen an: „Du, als die Schöpfung lieblicher, / Unendlicher als sie. / Wer ist wie Du? Du bist wie Er. / Der Dir sein Bild verlieh.“ Der Mensch wird in Bezug zu Gott gesetzt, unendlich erhöht – und doch so klein und abhängig: „Fall ´an sein Herz, an seine Brust, / Als Kind in seinen Schooß! / Du bist in Vaters Lieb´ und Lust / Mehr als die Schöpfung groß.“ (1877: 1008) Dass der Mensch nicht nur groß, sondern auch abhängig ist, das haben Menschen wie Feuerbach nicht verstanden. Die „Sehnsucht nach Gott“ ist ebenfalls groß. Auch hier dienen wieder Vögel als Beispiel – der Mensch ist ganz groß, aber er will dennoch über sich hinaus – er will über sich hinaus in die Welt Gottes fliegen ( Text ). Aber: „Wie nenn´ ich Dich Du Unnennbarer?“ – es folgt ein Text in der Tradition der Mystik, transformiert in die Zeit des 18. Jahrhunderts. Anders das Lied : „Wachet, wachet, ruft die Stimme“ in der sehr gesellschaftskritisch dargelegt wird, dass alle schlafen, obgleich Gott Wachende haben möchte: „Falsche Christus und Verräther, / Vernunft-Verführer, Wundertäter / Der Lüge sind das Licht der Welt“… „Schlangen sind der Völker Kronen, / Und Nationen Nationen / Zur Geißel statt der Bruderhand“. Nach der Schilderung der Boshaftigkeit heißt es in der letzten Strophe: „Erlöser, steh bei! / Erneuerer, mach uns neu, / Betend, brünstig, / In Mitternacht, / Wenn nichts mehr wacht! / Wir schlummern, unser Herze wacht!

Der Mensch ist klein – groß wird er allein durch Gott. Das ist die Basis. Auf dieser kann man dann auch als Aufgeklärter über die Größe des Menschen reden – hat aber immer auch im Blick, dass der Mensch in seiner Größe versagt.

Friedrich Adolf Krummacher (1767-1845)

Von Krummacher gibt es im neuen Gesangbuch ein Lied: „Stern auf den ich schaue“ (EG 407). Krummacher hat ein nettes Lied über Bethlehem geschrieben: „Dir kleines Bethlehem, erklang / Des heil´gen Sängers Lobgesang. / Du warst dem Herren angenehm, / Heil dir, du kleines Bethlehem.“ Warum war gerade Bethlehem dem Herrn angenehm? Der Autor blickt zurück auf David und die Vorfahren von David und Jesus: Boas und Ruth, und damit auf: Liebe, Demut, Freude, Trost. Als der „Unaussprechliche“, Jesus, geboren war: „In Duft und Himmelsglanz gehüllt / Lag, wie ein Eden, dein Gefild“. Im Kontrast zu dem kaltblütigen und mächtigen Herodes werden die suchenden „Weisen des Morgenlandes“ besungen. Während dem Herodes das Licht entschwand, er dafür Nacht und Wahn bekam, fanden die Weisen das Licht: „ Heil´ge Wahrheit, / Die nur schauen deine Klarheit, / Die voll Demut dir sich nah´n.“

In dem Gedicht „In der Abendkühle“ beschreibt er einen Spaziergang in der späten Dämmerung. Man fühlt sich einsam, will aber keinen Menschen treffen, denn: „Da ahntest du den himmlischen Begleiter, / Der treu und sanft uns bei der Rechten hält – / Und ruhig zogst du deine Straße weiter.

*

Goethe und Gott

Wenn ich ein bisschen Goethe so überblicke, dann ist zu der Frage folgendes zu sagen:

  • Das Göttliche spielt für Goethe eine Rolle – nicht Gott.
  • Das Gefühl spielt für Goethe eine Rolle – nicht christlicher Glaube.
  • Der Glaube an sich selbst als Menschen spielt für Goethe eine Rolle – nicht der Glaube an Gott in Jesus Christus.
  • Was er selbst für richtig hält spielt für Goethe eine Rolle – nicht die Offenbarung.
  • Das sittliche Prinzip spielte für Goethe eine Rolle – nicht die christliche Moral.
  • Die christliche Liebestat und die Erhöhung der Erniedrigten spielte für Goethe eine Rolle – nicht Tod am Kreuz – das war zu niedrig – und Auferstehung Jesu Christi für den Menschen.
  • Die gefühlte Offenbarung des Göttlichen in der Natur, zu der der Mensch als besonderes Wesen gehört, spielt für Goethe eine Rolle – nicht das Bekenntnis: Gott in Christus.
  • Nicht Gott – die erhabenen antiken Götter sollen es sein (die spätere Generationen durch erhabene germanische Götter ersetzen).
  • Anbetungswürdig und göttlich ist das sittliche Prinzip in Christus – nicht Gott in Jesus Christus.
  • Das Unverständliche muss unausgesprochen bleiben, spielt für Goethe eine Rolle – nicht der Versuch, das Unaussprechliche in Worte zu fassen, das endet in Phrasen.
  • Er lebt aus der christlichen Tradition – er bildet als Genie seine eigene Tradition.
  • Goethe stand sich einer Gottesbegegnung selbst im Wege. Er war sich selbst zu groß in einer großmütigen Demut: Gott ist zu groß, als dass man ihn mit der Vernunft erfassen kann.
  • Goethe sah sich nicht als Atheist – auch nicht als Rationalist. Auch methodischer Atheismus war nicht sein Ding: Goethe sah sich als Goethe und der unbekannte alle Natur durchwaltende Gott ist größer.
  • Obwohl Gott sich in Jesus Christus schon längst gezeigt hat. Aber den wollte/konnte Goethe nicht sehen. War er ihm zu gering? War er ihm zu groß? War er zu allgemein?